Dies Academicus 2019 09 28 Sth Basel 4

Allgemeine Veranstaltung Dies academicus 2019

«Die Bibelfrage ist die Schicksalsfrage unserer Gesellschaft»
Vor über 400 Gästen eröffnete die STH Basel das 50. Studienjahr und überreichte ihren Absolventinnen und Absolventen die Abschluss-Diplome.

Bauwerk statt Baustelle

Peter Schneeberger, Präsident FEG Schweiz und Freikirchen Schweiz, betonte in seinem Grusswort mit 1. Kor 3,9, dass die Gemeinde Gottes Bauwerk ist und nicht Gottes «Baustelle». Wenn wir manchmal Mühe hätten, dass die Gemeinde nicht makellos sei, dann habe das mehr mit unseren Bildern im Kopf zu tun. Er habe auch festgestellt, dass das Neue Testament von Dienern rede, die leiten, und nicht von Leitern, die dienen, so Schneeberger. Der Pastor sei weder der Trainer noch das Haupt, und schon gar nicht der Messias der Gemeinde. Das ist Jesus.

Zukunft ist Herkunft

Peter Hahne, der bekannte TV-Moderator und Bestseller-Autor aus Berlin, sprach zum Thema «Ohne Herkunft keine Zukunft – welche Werte wir festhalten müssen».

Wir müssen wissen, woher wir kommen, was unsere Wurzeln sind, um die Zukunft zu gestalten. In einer Welt, die aus Lügen (Stichwort «Fakenews») besteht und in welcher die Menschen sich fragen, wem sie noch glauben können, sei seine Antwort: Der Bibel, Gottes Wort, können wir 100 % vertrauen. Wer die Bibel liest, wird konfrontiert mit Fakten. Wenn die Bibel in Frage gestellt wird, wird sie zu einem Steinbruch gemacht, dann wird alles beliebig und damit auch belanglos. Die Theologie der Bibelkritik sei in Wahrheit eine Theologie der leeren Kirchenbänke. Darum sei die Bibelfrage die Schicksalsfrage unserer Gesellschaft.

Zukunftsinvestition für die Kirchen

Hahne, 18 Jahre Mitglied des Rates der EKD, des obersten Leitungsgremiums der Evangelischen Kirche Deutschlands, würdigte die Arbeit der STH Basel: «Motivierte Studenten und qualifizierte Professoren, die beweisen, dass Glaube und Denken zwei Seiten derselben Medaille sind» – dies finanziell zu unterstützen, sei eine wichtige Zukunftsinvestition für die Kirchen.

Wir leben in einer Stimmungsdemokratie, wir haben unsere Werte verloren.

Peter Hahne, TV-Moderator und Bestseller-Autor aus Berlin

Wenn unsere Gesellschaft oft umkippt, wenn wir zunehmend bindungslos geworden sind, dann habe das schon etwas damit zu tun, dass wir die Wurzeln verloren haben. Hahne verglich das mit einem Baum: Es können nur Bäume umkippen, die keine festen Wurzeln haben. «Alles, was christlich ist – weg damit», sei eine dramatische Tendenz unserer westlichen Gesellschaft.

Hahne nahm kein Blatt vor den Mund. So kritisierte er den aktuellen Hype um Greta Thunberg und zitierte den Publizisten und Buchautor Henrik M. Broder, der von einer Infantilisierung der heutigen Gesellschaft spricht. «Wenn wir uns unserer Herkunft nicht vergewissern, haben wir keine Zukunft», so das Fazit der Ausführungen von Peter Hahne.

Roland Krähenbühl, Geschäftsführer STH Basel

Interview mit Peter Hahne

Von den Vorträgen selbst gibt es keine Audio- oder Videoaufnahmen. Wir haben jedoch vor der Feier ein Interview mit Peter Hahne für unsere Reihe «Drei Fragen an» aufgezeichnet:

Impressionen der Feier

Impressionen vom Apéro an der STH Basel