Sth Basel Flyer Studientage Ehe

Tagung Ehe: Biblische Grundlage in gesellschaftlicher Herausforderung

Ein Studientag an der STH Basel, 3. November 2018
Leitung: Pfr. Dr. Jürg Buchegger, Prorektor der STH Basel

Bericht, idea Spektum 45.2018 vom 7. November 2018 (im)

Prof. Dr. Christoph Raedel

Die Ehe ist eine göttliche Gabe und eine menschliche Gestaltungsaufgabe. Diesen Fokus setzte Christoph Raedel, Professor für Systematische Theologie an der Freien Theologischen Akademie Giessen. Raedel wagte eine Definition der Ehe: «Ehe bezeichnet die durch das freie und vorbehaltlose Versprechen eingegangene verbindliche, umfassende und unbefristete Lebens- und Liebesgemeinschaft, nach christlichem Verständnis zwischen einem Mann und einer Frau.» Sie stehe unter einem vierfachen Ja Gottes: ein Ja zur auf lebenslange Dauer angelegten Ehe, ein Ja zur öffentlichen und rechtsverbindlich geschlossenen Ehe, ein Ja zur Ehe von Mann und Frau und ein Ja zur Ehe, die für Kinder offen ist. Laut Christoph Raedel kommt die stärkste Ermutigung zur Ehe von Eheleuten, die vorleben, was es heisst, in guten und schlechten Zeiten aus der Vergebung Gottes zu leben.

Vorbehalte bei «Ehe für alle»

Dr. Iur. Felix Böllmann Newsletter
Dr. iur. Felix Böllmann

In europäischen Verfassungen und Gesetzen fehlt normalerweise eine Definition, was unter Ehe zu verstehen ist. Darauf machte der Jurist Felix Böllmann, Rechtskonsulent bei Alliance Defending Freedom International (ADF) in Strassburg, aufmerksam. Das Recht regle auch bei Eheleuten ein Verhalten von Bürgern untereinander und komme nur dann zum Einsatz, wenn alle anderen Möglichkeiten gescheitert seien. Gemeinsam an den Verfassungs- und Gesetzestexten sei, dass der Staat die Ehe schützen und fördern soll und dass er seine Interventionsmöglichkeiten begrenze. Der Sinn der Förderpflicht sei, dass Eheleute dem Staat viele Aufgaben abnehmen. Besonders bei der Erziehung von Kindern, welche die nächsten Generationen bilden. Immer weniger Bedeutung habe jedoch die jüdisch-christliche Tradition der Ehe und Familie, die sich als Kern der Gesellschaft verstehe. Im Blick auf das Ja zur «Ehe für alle» bezweifelt Böllmann, dass das deutsche Parlament diesen Beschluss ohne eine Verfassungsänderung fällen durfte. Zudem seien die juristischen Folgen noch längst nicht geklärt.

Die singuläre Liebe

Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

In einem ausführlichen Exkurs erläuterte die Religionsphilosophin Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI in Heiligenkreuz bei Wien, den historischen und kulturgeschichtlichen Hintergrund von Ehe und Familie. Das Neue Testament habe eine radikale Wende gebracht. Während zuvor Fruchtbarkeit/Nachkommen und weniger die Verbindlichkeit zwischen einem Mann und einer Frau im Zentrum gestanden habe, betone das Christentum die ausschliessliche Liebe und Hingabe eines Mannes an eine Frau und umgekehrt. «In der Ehe verlege ich mein Zentrum in einen anderen Menschen. Ich weiss, wem ich gehöre.» Und: «Liebe macht keusch, indem ich bewusst auf Sexualität ausserhalb der Ehe verzichte.» Rund 70 Personen kamen zum Studientag, der sich durch hochkarätige Referate auszeichnete. Die verschiedenen Referenten beleuchteten ausgewogen theologische, rechtliche und kulturhistorische Aspekte der Ehe

Marriage & Family Award für «Sunday Secrets»

Preisträger Roger Götz Newsletter
Roger Götz

Im Namen des Forums Ehe+Familie der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) überreichte Marc Jost, Co-Generalsekretär der SEA, die Preise für die besten drei Projekte in christlicher Paar- und Familienarbeit. Der Hauptpreis ging an Roger Götz, Mitarbeiter von Familylife (CfC), und das Angebot «Sunday Secrets». Mit einer Serie von kurzen Videoclips auf Social Media erzählen Paare aus ihrer Ehe und ermutigen dazu, in die eigene Beziehung zu investieren. «Durch die persönlichen Einblicke in die alltäglichen Herausforderungen und Erfolge der Paare werden christliche Beziehungswerte auf eine frische Art transportiert und eine junge, medienaffine Zielgruppe erreicht», stellte die Jury fest. Die Preise für den zweiten und dritten Platz gingen an «Couples DTS – Berufung gemeinsam leben» und «Familylife FIVE – 5 Minuten für deine Beziehung». Couples DTS ist eine Jüngerschaftsschule, die spezifisch auf die Bedürfnisse von Ehepaaren zugeschnitten ist. «Familylife FIVE» liefert wöchentlich einen kurzen Beziehungsimpuls, den Interessierte per E-Mail erhalten.

Der Studientag wurde unterstützt von:

Forum Ehe und Familie (FEF) der SEA
Freikirchen Schweiz
Zukunft CH