Von Anfang an war das Land jenseits des Jordan eng mit der Geschichte Israels verbunden. Hier wurden zur Zeit Lots Sodom und Gomorra zerstört und sind dadurch in der Bibel ein Bild für das Gericht Gottes geworden. Hier bekam Israel seinen Namen. Die vierzigjährige Wüstenwanderung Israels bis zum Tod von Mose und der Übernahme der Führung des Volkes durch Josua ereignete sich weitgehend im heutigen Jordanien. Im Ostjordanland liessen sich die Stämme Gad, Ruben und die Hälfte Manasses nieder. Das Verhältnis zwischen Israel und der Nachbarvölker Ammon und Moab war dynamisch und spannend. Zur Zeit Jesu lagen im Ostjordanland das Gebiet der Dekapolis und die Provinz Peräa, ein Wirkungsbereich von Johannes dem Täufer und zum Teil auch von Jesus.

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Auf dieser Reise durchqueren Sie Jordanien von Norden bis Süden. Die biblischen Erzählungen werden der rote Faden unserer Route sein. Wir werden die verschiedenen Landschaften Edom, Moab und Gilead kennen und verstehen lernen. Selbstverständlich werden wir dabei auch die klassischen touristischen «Pflichtorte» Petra und Wadi Rum besuchen. Sie werden dabei durch den Neutestamentler Prof. Dr. Jacob Thiessen (STH Basel) und einen lizenzierten jordanischen Reiseleiter begleitet.
Diese Studienreise ist nicht nur für angehende Pastoren eine äusserst wertvolle Bereicherung, sondern für jeden Bibelleser. Ein unvergessliches Erlebnis für alle!
Programm
DO, 09.09.27 – ANREISE
Gemeinsamer Linienflug von Zürich nach Amman. Die im Landeanflug sichtliche Nähe Jordaniens und Israels zeigt ein Leitprinzip, dass uns während der gesamten Reise begleiten wird: Jordanien war immer Teil des biblischen Landes. Am modernen Flughafen des Königreichs Jordanien erwarten uns unser Bus und Deutsch sprechender Guide. Transfer zu unserem Hotel in der jordanischen Hauptstadt.
FR, 10.09.27 – NORDGILEAD
Tagesauftakt in Gerasa, einer der prachtvollsten Städte der aus den Evangelien bekannten Dekapolis. Gerasa ist im Zusammenhang mit der Heilung des besessenen Gerasener bekannt. Vor Ort werden wir auf den Ursprung dieses Zusammenhangs und die Lokalisierung der Geschichte eingehen. Die umfangreich restaurierten Ausgrabungen sind derart weitläufig und imposant, dass sie gelegentlich auch als «Pompeji des Ostens» bezeichnet werden. Dann erreichen wir das antike Gadara und geniessen einen herrlichen Panoramablick bis zum See Genezareth. Weiterfahrt durch das fruchtbare Jordantal bis nach Pella. Pella, das am Schnittpunkt wichtiger Handelsstrassen lag, wurde besonders in hellenistischer und römischer Zeit besiedelt und gehörte zur berühmten Dekapolis. Nach Aussagen von Eusebius, dem christlichen Chronisten aus dem 4. Jh., ist die judenchristliche Gemeinde im Römischen Krieg von Jerusalem nach Pella geflohen. Ihre Blütezeit erlebte Pella im 4./5. Jh., in der byzantinischen Zeit, als die Stadt etwa 20‘000 Einwohner zählte und Bischofssitz war.
SA, 11.09.27 – AMMAN – TOTES MEER
Amman, das Rabbath-Ammon der Bibel, war bis vor 100 Jahren nur ein Wüstendorf und ist heute zum modernen Zentrum Jordaniens herangewachsen. Vom Zitadellenhügel geniessen wir die Aussicht auf das Römische Theater, die Al-Hussein-Moschee sowie auf grosse Teile der Stadt. Im «The Jordan Museum» reisen wir durch Jordaniens Vergangenheit und Moderne. Zahlreiche Völker und Epochen haben ihre Spuren hinterlassen, und so zeigt sich hier eine einzigartige Mischung aus Altertum und Modernem, Traditionen und Trends. Am schönen Jabbok halten wir bei Tulul adh-Dahab an. Diese beiden antiken Siedlungshügel werden von einigen Forschern als die biblischen Städte Pniël und Mahanajim identifiziert. Mit dem plätschernden Wasser im Ohr werden wir die Geschichte Jakobs und seinen Kampf mit dem Engel Gottes hören. Nach diesem Kampf bekam Jakob seinen neuen Namen, Israel. Die kurze Weiterfahrt bringt uns nach Tell Deir A’lla, dem wahrscheinlichen Sukkot aus der Bibel. Bei den Ausgrabungen wurde hier ein Beleg für die Existenz des uns aus der Bibel bekannten Bileam, den Sohn des Beor, entdeckt. Wir beschäftigen uns mit der dazugehörigen spannenden Bibelstelle, in der Bileam die Israeliten eigentlich verfluchen sollte, er das Volk jedoch dreifach segnete. Am späten Nachmittag beziehen wir unsere Zimmer im Hotel am Toten Meer. Wir geniessen ein einzigartiges Badevergnügen und können zur Entspannung unsere Beine schwerelos hochlagern – eines der vielen Highlights dieser Reise!
SO, 12.09.27 – BETHANIEN – MOAB
Fahrt an den Jordan bei Bethanien jenseits des Jordan, wo Johannes der Täufer taufte. In dieser Gegend ging das Volk Israel über den Jordan und betrat das Gelobte Land. Der Hügel mit der kleinen Kapelle im Südosten erinnert an die Entrückung des Elia. Zur Zeit Jesu hiess die Region Peräa. Zahlreiche Geschichten aus dem Wirken Jesu werden in den Evangelien hier eingeordnet. Später erklimmen wir den Siedlungshügel Tell el-Hammam. Oben bietet sich ein toller Blick auf die in diesem Gebiet kreisförmige Jordanebene bis nach Jericho. Beim genauen Lesen der Geschichte Sodoms wird es deutlich: die aus der Bibel berühmte Stadt muss in diesem Gebiet gelegen haben. Einige Erkenntnisse der Archäologen aus den letzten Jahren führten sie dazu, Tell el-Hammam als Sodom vorzuschlagen, was den Hügel in den Fokus der biblischen Archäologie geraten liess. Nun fährt uns unser Bus hinauf in die Berge Moabs. Auf der Strecke lokalisieren wir die Stadt Hesbon, Sitz des Amoriterkönigs Sihon, der gegen Moses und Israel kämpfte. Einer der rührenden Orte auf einer Jordanienreise ist unser nächstes Ziel – der Berg Nebo. Vom Gipfel aus, hebräisch «Pisga», blicken wir in Richtung Westen und haben denselben imposanten Ausblick, den Moses auf das Verheissene Land hatte. Wir lesen die passenden Verse und versuchen uns in die Lage von Mose zu versetzen. Dann erreichen wir Madaba, das Zentrum meisterhafter byzantinischer Mosaiken. Hier befindet sich in der St. Georgskirche eine Landkarte des Nahen Ostens, welche das berühmteste Mosaik des Landes darstellt.
MO, 13.09.27 – EDOM
Unweit vom Toten Meer liegt Machärus, eine der Wüstenfestungen der Hasmonäer und des Königs Herodes. Wir besteigen die thronende Festung und geniessen das Panorama der Wüste. In dieser Festung wurde Johannes der Täufer enthauptet, berichtet der Chroniker Josephus Flavius. Welcher Herodes war es genau, der Johannes enthaupten liess, und warum hat er es getan? Diese und weitere Fragen werden auf dem Festungshügel beantwortet. Weiterfahrt entlang der antiken Königsstrasse nach Süden. Es war eine der wichtigsten «internationalen » Strassen der Antike in der gesamten Region. Die Strecke führt durch den in der Bibel mehrfach erwähnten Ort Dibon. 1868 wurde hier bei Ausgrabungen zum ersten Mal eine Inschrift gefunden, die eine biblische Überlieferung belegt – die Mescha-Stele. Auf dieser Stele verewigte der Moabiterkönig seinen Erfolg im Befreiungskampf von den Königen Israels Omri und Ahab. Damals war die Inschrift eine Sensation und sorgt bis heute für Faszination. Dibon liegt auf der Nordseite der grandiosen Schlucht des Arnon. Wir halten an einem atemberaubenden Aussichtspunkt an, skizzieren die Grenzen der israelitischen Stammesgebiete östlich des Jordan und können nachvollziehen, weshalb der Arnon als natürliche Grenze diente. Weiter fahren wir an Rabbat Moab und Kir Moab vorbei, beide ehemalige Hauptstädte des Königreiches Moab, die auch Schauplätze biblischer Ereignisse waren. Ein weiterer kurzer Halt am Rand des Wadis al-Hassa lohnt sich ebenfalls. In der Forschung wird es als der biblische Bach Sered identifiziert. Später kommen wir zur Mose-Quelle im Dorf Wadi Musa. Die einheimische Tradition besagt, dass es dieser Felsen war, auf den Mose schlug. Die Errichtung des Gebetshauses an dieser Stelle zeigt, dass Mose auch für Muslime bedeutend ist. Am Abend checken wir in unserem Hotel in Petra ein.
DI, 14.09.27 – PETRA – WADI RUM
Den heutigen Tag widmen wir der Erkundung der sagenumwobenen Felsenstadt Petra. Petra ist zweifellos ein Highlight einer jeden Jordanienreise und eine der berühmtesten und schönsten Stätten des Weltkulturerbes. Petra war die Hauptstadt des Nabatäerreiches, das in seiner Blütezeit unter der Herrschaft des Königs Aretas IV sogar bis Damaskus im Norden reichte. Dieser König verfolgte auch Paulus. Paulus selbst berichtet von seiner Flucht und einem dreijährigen Aufenthalt «in Arabien». Hielt sich Paulus damals in Petra auf? Diese Frage wird besonders interessant, wenn wir Petra als eine gigantische Totenstadt betrachten. Wie hätte die Rolle des Jenseits bei den Nabatäern Paulus beeinflusst? Später musste er sich präzise zum Tod und zur Auferstehung äussern … Dann verlassen wir Petra in Richtung Wadi Rum. Inmitten der malerischen Wüstenlandschaft beziehen wir unsere bequemen Zwei-Personen-Zelte mit eigenem Bad. Am Lagerfeuer beschäftigen wir uns mit der Lebensweise Abrahams, Isaaks und Jacobs, die u. a. in den Wüsten der Region ihre Zelte aufschlugen.
MI, 15.09.27 – WADI RUM – TOTES MEER
Bei Sonnenaufgang zeigt sich die Schönheit der Natur dieser Wüste ganz besonders. Bekannt wurde das Gebiet durch den Film Lawrence von Arabien, der hier gedreht wurde. Mit Geländewagen und beduinischen Fahrern unternehmen wir am späteren Morgen eine abenteuerliche Wüstensafari und erkunden diese wildromantische Landschaft. Wir staunen über die ungewöhnlichen Felsformationen und die vorgeschichtlichen Felsbilder. Die Fahrt ans Rote Meer ist nicht mehr lang und führt durch dramatische Landschaften Edoms. Die steile Gebirgskette auf der Nordseite ist der mehrfach in der Bibel erwähnte Berg Sëir, der zum Lebensraum der Söhne Esaus wurde. Am Nachmittag beziehen wir unsere Zimmer in Aqaba am Roten Meer. Wir geniessen die herrliche Sonne und das glasklare Wasser des Roten Meeres.
DO, 16.09.27 – HEIMREISE
Am Morgen Transfer vom Hotel zum Flughafen Aqaba, wo wir unsern Rückflug über Amman nach Zürich antreten.
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