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Tagung Theologie & Ästhetik

Die Studientagung „Ästhetik und Theologie“ am 12.-13.06.2026 an der STH Basel griff die Frage auf, wie Schönheit, Kunst und christlicher Glaube zusammengehören. Ausgangspunkt war Sven Grosses Buch Theologische Ästhetik der Kunst, das Schönheit als einen Weg versteht, auf dem Gott dem Menschen begegnet.

In seiner Einführung betonte Sven Grosse, dass das Schöne, Wahre und Gute letztlich in Gott ihren Ursprung haben und die verschiedenen Künste deshalb auch theologisch erschlossen werden können. Den ersten Themenblock eröffnete Johannes Menke mit einem Vortrag über Harmonie in der Musik. Er zeigte, dass musikalische Schönheit aus dem Zusammenspiel von Konsonanz und Dissonanz entsteht und gerade die Spannung zwischen Eintracht und Zwietracht ihren Reiz ausmacht.
Der Vortrag von Wolfgang Müller, der krankheitsbedingt von Sven Grosse verlesen wurde, widmete sich der Bedeutung der Musik in der Bibel und fragte nach dem besonderen Verhältnis von Gottes Wort und Musik. Im anschließenden Gespräch wurde diskutiert, welche theologischen Aussagen Musik eigenständig vermitteln kann.

Im Themenblock zur Bildenden Kunst sprach Christian Neddens über den Bilderstreit und stellte die Frage, ob Bilder den Betrachter selbst „anschauen“ und damit auf das Ebenbild Gottes verweisen. Christian Lenz zeichnete die Entwicklung christlicher Motive in der Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts nach und erläuterte dies unter anderem anhand der Werke Vincent van Goghs. Zugleich kritisierte er die zunehmende Abstraktion der Moderne und betonte, dass ein Bild seinen Gegenstand grundsätzlich erkennen lassen sollte. Anschließend widmete sich Martin Düchs der Architektur und zeigte, wie das Menschenbild die Gestaltung von Wohn- und Sakralräumen prägt. Am Beispiel der Villa Tugendhat machte er deutlich, dass gute Architektur über bloße Funktionalität hinaus Offenheit und geistige Weite schaffen kann. Den Abschluss des ersten Tages gestaltete Pablo Blanco mit Überlegungen zur Kunstphilosophie Luigi Pareyssons. Er beschrieb den künstlerischen Schaffensprozess als offenes und kreatives Abenteuer, dessen Ergebnis nicht von Beginn an feststeht. Der zweite Tag war stärker der praktischen Begegnung mit Kunst gewidmet. Martin Mosebach las aus seinem Roman Eine lange Nacht und schilderte eindrücklich die Wahrnehmung eines christlichen Gottesdienstes durch einen säkularen Menschen. Lukas Zünd präsentierte Filmbeispiele und diskutierte die Frage, wie auch fiktionale Filme ästhetische und theologische Wahrheiten vermitteln können.

Den musikalischen Abschluss gestaltete Galyna Gusachenko mit der Uraufführung mehrerer Klavierstücke von Johannes Menke, die auf Aphorismen von Nicolás Gómez Dávila beruhen. Im abschließenden Plenum wurden die verschiedenen Beiträge zusammengeführt und zentrale Gedanken aus Musik, Bildender Kunst, Architektur, Literatur und Film miteinander ins Gespräch gebracht. Die Tagung machte insgesamt deutlich, dass Schönheit den Menschen zum Staunen führt, kreatives Handeln anregt und letztlich auf Gott als Ursprung aller Schönheit verweist.
geschrieben von Friedrich Domsgen, Student im Masterstudiengang

Eindrücke der Veranstaltung

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